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Osterbräuche der Sorben

 

Das kommende Jahr beschert uns eine Reihe günstig liegender Feiertage. Es lassen sich sieben lange Wochenenden und darüber hinaus drei Gelegenheiten für einen Brückentag zählen. Kurzreisen liegen da nahe und gerade das Osterfest bietet mit vier freien Tagen schöne Möglichkeiten.

  • Foto: Julijan Nyča/Julian Nitzsche

 

Niederlausitz und Oberlausitz

 

Unsere Empfehlung ist, die Feiertage 2014 in Sachsen oder Brandenburg zu verbringen, genauer gesagt in der Lausitz. Unterteilt wird die Region in zwei unterschiedliche Gebiete – das Tiefland der Niederlausitz (Brandenburg) mit dem von Gewässern durchzogenen Spreewald und die bergige Oberlausitz (Sachsen) mit dem Zittauer Gebirge.

 

Die Lausitz ist außerdem Heimat des westslawischen Volkes der Sorben, bei denen das Osterfest besonders festlich und einzigartig begangen wird. Ihr kulturelles Zentrum ist die Stadt Bautzen.

 

Osterbräuche in der Lausitz

 

Die Feierlichkeiten beginnen mit dem letzten Abendmahl am Gründonnerstag. Es folgen der Karfreitag mit dem stillen Gedenken an den Kreuzestod Christi und der Karsamstag, dem Tag der Grabesruhe des Herrn. In der Osternacht läuten keine Glocken und die Gemeinde versammelt sich schweigend in der Dunkelheit vor der Kirche. Nach der Nachtwache wird schließlich das Osterfeuer entzündet.

 

Am frühen Morgen zur Begrüßung des Festtages der Auferstehung Jesu haben die Sorben den Brauch des Osterblasens, bei dem Posaunenchöre und Bläsergruppen durch die Dörfer ziehen. Jedes Jahr bieten zudem festlich gekleidete Reiter auf geschmückten Rössern ein beliebtes Spektakel, wenn sie singend und betend von Ort zu Ort ziehen. Dieser Brauch geht zurück auf heidnische Vorfahren, die mit den Ritten einen Schutzwall gegen Dämonen errichten und die junge Saat auf dem Feld segnen wollten.

 

Weitere sorbische Osterbräuche sind das Bemalen der Ostereier mit einer speziellen Wachstechnik. Kinder erfreuen sich am Osterspiel „Waleien“, bei dem sie gekochte Eier den Berg hinunterrollen.

 

Ein weiterer sorbischer Brauch ist das Schöpfen des Osterwassers. Mit Tonkrügen holen junge Mädchen in der Osternacht zwischen Mitternacht und Sonnenaufgang Flusswasser. Seine Zauberkraft soll Schönheit und Jugend bewahren, jedoch nur wenn die Frauen es schweigend nach Hause tragen.

 

letzte Änderung:  19.09.2013  Webmaster  Impressum  Druckversion