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Sorben & Wenden

Bereits im 6./7. Jahrhundert kamen durch Völker- wanderungen ĂŒber ein dutzend slawische StĂ€mme in das nahezu siedlungsleere Gebiet östlich der Elbe und Saale. So nahmen die "Lusizer", welche der Gegend ihren Namen gaben, die Niederlausitz in Besitz. Mit der deutschen Ostexpansion, im Zeitraum vom 10. bis 12. Jahrhundert verloren die meisten StĂ€mme ihre nationale EigenstĂ€ndigkeit. Wann und aus welchen GrĂŒnden die Bezeichnung Sorben auf die beiden erhalten gebliebenen StĂ€mme ĂŒberging, ist nicht bekannt. Die Sorben hielten der deutschen Obrigkeit stand, erweiterten ihr Siedlungsland durch Kultivierung neuer BodenflĂ€chen und entwickelten eine eigenstĂ€ndige Sprache, Kultur und Schrift, was wahrscheinlich die wichtigsten Grundlagen fĂŒr ihren Überlebenskampf waren.

Heute zĂ€hlen die Sorben und Wenden zu den wenigen Ausnahmen, die sich als nationale Minderheit in Deutschland behauptet haben. Als Zentrum der niedersorbischen Lebensweise kann man den Spreewald bezeichnen. Hier sind die niedersorbische Muttersprache, die sorbische Relegion und das sorbische Brauchtum am tiefsten verwurzelt geblieben. JĂ€hrlich finden vielfĂ€ltige, traditionelle Volksfeste statt, farbenprĂ€chtige Anziehungspunkte fĂŒr Besucher von nah und fern. Teilweise sind viele der BrĂ€uche, welche in der sorbischen Kultur ihren Ursprung haben, von der deutschen Bevölkerung ĂŒbernommen worden.

Als bekanntestes Beispiel hierfĂŒr kann man das Ostereiermalen nennen. Doch auch das Zampern, Vogelhochzeit, Maibaumstellen, Hahnrupfen sowie Erntedankfeste haben zumindest in der Lausitz eine weite Verbreitung gefunden. Nach der Wende erfuhren die Sorben neben der moralischen UnterstĂŒtzung auch finanzielle Förderung. So haben sich sowohl die Landesregierungen von Brandenburg und Sachsen als auch die Bundesregierung zu der Bewahrung der sorbischen Lebensweise bekannt und eine "Stiftung fĂŒr das sorbische Volk" gegrĂŒndet. Vor allem die niedersorbische Sprache ist vom Aussterben akut bedroht und bedarf besonderer Aufmerksamkeit und Förderung, um sie den kommenden Generationen zu bewahren.

Vertiefendes Allgemeinwissen

Sorbische Trachten

Sorbische Sprache

Sörbische BrÀuche

letzte Änderung:  19.09.2013  Webmaster  Impressum  Druckversion